
Im Flieger nach Seoul
Ich schreibe diesen Eintrag aus dem Flugzeug vom Sitz der First Class ^^
Eben gab es koreanisches Abendessen, Dakgogi (Chicken meat) mit Reis, Tintenfisch-Lauchzwiebel-beilage, Gochang Paste und gegönnt habe ich mir noch einen Rotwein… dieser half aber leider nicht gegen meine Kopfschmerzen, im Gegenteil.
Nachdem ich heute noch einen relativ stressigen Morgen mit meiner Freundin hatte, haben wir uns am Bahnhof verabschiedet und meine Reise ging los. Die Zeit verging viel zu schnell. Zum Abschied habe ich ein ganz ganz tolles Geschenk bekommen. Von Hannover ging es nach Amsterdam, an dessen Airport ich zum ersten Mal war und zwei Stunden warten durfte. Die Zeit verging dieses Mal sehr schnell.
In Hannover hatte ich für den Langstreckenflug nach Incheon noch keine Platznummer, also habe ich mir die während die Business Leute einchecken durften am Schalter geholt. Die Dame am Boden sagte nur dass es ein sehr guter Platz sei mit einem Grinsen… und tatsächlich, ich sitze nicht in der Businessclass….
NEIN ICH SITZE IN DER FIRST CLASS! 18 exklusive Plätze! Neid von 300 Mitreisenden ;) Besser kann doch so ne Reise nicht losgehen. Der Service ist nicht wirklich besser sondern nur der Sitz, er ist sehr geräumig und lässt sich in eine Liege umstellen.
Offenbar fliegen alle mit mir hier auch nur Economy. Seht her, ein Inboard Entertainment und meine Beine so
langgemacht:

Also hat es sich doch gelohnt am Flying Blue teilzunehmen. Der Korean Inflight Music Channel ist auch ganz unterhaltsam.
Visum und Phrasebook
Endlich hat es auch mit dem Visum geklappt - die Reise kann losgehen! Ich habe mich nicht darauf verlassen, dass alles in Korea so reibungslos läuft und wollte unbedingt in Deutschland noch ein Studentenvisum ausgestellt haben. Nach hartnäckigem Zögern hat es aber doch geklappt und ich habe es bekommen.

Da ich bis auf einige eher nutzlose Vokabeln noch kein einziges Wort Koreanisch kann, habe ich vorläufig Abhilfe geschaffen und mir das Lonely Planet Korean phrasebook geholt.
Auf Amazon findet ihr meine Rezension darüber: “[…] Für das Geld ist das Phrasebook auf jeden Fall zu empfehlen und es bietet viele Sätze um eine Konversation zu beginnen.”
Perspektivenwechsel
Wer an der Leibniz Universität Universität Hannover studiert und ins Ausland möchte, dem sei hier noch das Perspektivenwechselprogramm ans Herz gelegt. Dieses Stipendium dient dazu, den Aufenthalt im Gastland während des Studiums zu finanzieren. Auch oder gerade als BaFöG Empfänger ist dies eine gute Möglichkeit, nochmal an finanzielle Mittel zu kommen. Da ich nun während meines Studiums dort nicht arbeiten kann, kommt diese Art der Untersützung sehr gelegen. Die einzige Voraussetzung für den Erhalt ist, dass man sich verpflichtet einen Anwesenheitsschein ausstellen zu lassen und später einen Erfahrungsbericht zukünftigen Interessenten zur Verfügung stellt. On the other side, foreign students can also obtain a scholarship either directly tendered by the university or via the german academic echange service, DAAD.
Reiseroute
In weniger als 4 Wochen geht es also los. Bevor ich anfange an der Yonsei zu studieren, werde ich noch einen Trip durch das Land unternehmen.
Hierzu folge ich vermutlich der Route aus dem Moon-Handbuch: Ich weiß noch nicht, ob ich mich ganz strikt an die Route halten soll, aber ich denke mal dass Gyeongju und Jeju gebongt sind. Eventuell hatte ich überlegt, noch nach Fukuoka mit der Fähre rüberzusetzen (nur 3 Stunden entfernt), aber solange mein Visumstatus nicht endgültig geklärt ist, buche und plane ich lieber nichts, was in die Richtung geht. Was Panmunjeom und Suwon angeht bin ich auch nicht sicher, ob ich das in dieser Route einbeziehe. Ich denke mal, dass in der O-Phase wohl der ein oder andere Ausflug noch ansteht und ich daher sowieso dort mal hinfahren werde. Für den Transport habe ich mir eben auf der Seite der Korail einen Pass gebucht. Genau so wie bei der JR muss man diesen dann vor Ort mit dem e-Ticket tauschen (Voucher kann man auch im Reisebüro kaufen). Gekostet hat mich der Spaß 132.800 KRW (ca. 90 EUR, Jul 2010) als Youth Pass für 10 Tage. Dafür brauchst du eventuell einen ISIC Studentenausweis, den ich mir bei STA Travel geholt habe. Alternativ kriegt man glaube ich mit der ISIC ohne Pass 20% Ermäßigung auf ein Ticket. Ob sich das ganze nun lohnt, habe ich mir nicht genau ausgerechnet, aber ich erspare mir die Ticketkauferei und kann flexibel rumreisen und muss nicht Nachtbusse nehmen.
Vorbereitungen II
Nachdem sich die anfängliche Euphorie gelegt hatte, kamen die nächsten Schritte auf mich zu. Ungeklärte Frage waren z.B.
- Wo wohne ich?
- Wie läuft das mit der Einreise und dem Visum ab? Was ist mit der Alien Registration Card?
- Wie verbringe ich meinen Urlaub?
- Wo finde ich meinen Study buddy?
- Wie läuft das mit den Prüfungen und der Anrechnung?
- Wie sieht es aus mit Handy, Bankkonto?
Zum ersten Punkt habe ich inzwischen eine Antwort gefunden. Grundsätzlich gibt es für den Auslandsaufenthalt folgende Möglichkeiten:
- Hostel - für kurzfristige Aufenthalte
- Eigene Wohnung alleine/mit mehreren
- Homestay - Gastfamilie
- Dormitory - direkt auf dem Campus
Anfangs hatte ich überlegt, ein Homestay zu machen. Darunter versteht man dann Wohnen mit der Gastfamilie. Das klingt nicht schlecht; man lernt das Alltagsleben einer koreanischen Familie kennen, muss dafür im Gegnzug aber auch Pflichten erfüllen, wie es üblich ist. Dazu gehört dann auch das Aufäumen, Teilnahme an Familienereignissen, eventuell auch mal Babysitten. Man lernt dadurch auch wesentlich schneller eine Sprache. Der Nachteil ist einfach, dass man weitgehend vom Campusleben abgeschnitten ist. Man spart vielleicht am Essen, weil zu Hause gekocht wird, aber verpasst dadurch die witzigen eating out Abende. Und was ist, wenn ich mal Feiern gehen will und um 12 Ausgehsperre ist? Letztendlich sind es vermutlich für mich zu viele Eingeständnisse für 4 Monate. Wäre ich länger geblieben, hätte ich gern ein paar Monate so gewohnt. Kommen wir nun zu meiner Entscheidung. Das International House wurde 2010 errichtet, ist also ganz frisch. Ich teile mir mit einem Studenten ein Zimmer. Die Miete hierfür beträgt ca. 1100 EUR für das komplette fall semester, also ca. 250 EUR / Monat (ohne Vorlesungsunterbrechung!). Das Dormitory liegt direkt auf dem Campus. Um einen Platz hierfür zu bekommen, bewirbt man sich einfach auf der Seite des International House, also hier. Nach erfolgreicher Bewerbung kann man dann das Geld an die Bank überweisen.
Ich blogge nun.
Hey, es hat geklappt. Mein Blog läuft soweit und ist nun bereit zum Mitlesen!
Ich habe mich endlich entschlossen ein Auslandssemester zu machen und anstatt nur über Facebook einzelne Status zu schreiben, haben alle mehr davon wenn ich hier etwas sinniges poste :-)
Ich werde also an dieser Stelle versuchen, möglichst viele Eindrücke während der ganzen Phase zu hinterlassen, um Euch einen großen Einblick über die Zeit dort drüben zu geben. Natürlich auch, um mit Euch Kontakt zu halten.
Viel Spaß beim Mitlesen!